Erinnerungskultur an der Gaußschule
‚Into the Box‘ – unsere Schule, unsere Geschichte, unsere Stadt. Wie die Erinnerungen der Gaußschule ins Offene Archiv in der Gedenkstätte Schillstraße kommen.
Am Anfang war nichts als eine Idee: die Erinnerung der Gaußschule ins Offene Archiv in der Gedenkstätte Schillstraße, in das Gedächtnis der Stadt einzubringen. Wer entscheidet aber, wie, was und an wen erinnert wird? Welche Geschichten werden erzählt, welche nicht? Wir trafen eine Grundsatzentscheidung: Wir nehmen beim ‚Into the Box‘-Projekt alle Menschen mit an Bord, die in Verbindung mit der Gauß stehen oder standen, sind also auch offen für die, die wir unterwegs noch entdecken. Teilhabe und Teilnahme werden bei ‚Into the Box‘ großgeschrieben.
Am 17. September 2025 ging es los. Es ging darum, das Projekt ‚Into the Box‘ in das Rahmenthema ‚Erinnerung in der Zivilgesellschaft heute‘ einzubetten und sich mit der Hamburger Künstlerin Sigrid Sigurdsson und ihrer Arbeit ‚Offenes Archiv‘, die sie in der Gedenkstätte Schillstraße realisiert hat, vertraut zu machen. Dort werden seit 1996 mit blauem Leinen bezogene Archivboxen von der Stadtgesellschaft gefüllt. Mehr als 130 Boxen sind es inzwischen; eine davon soll künftig von der Gaußschule sein.
Die inhaltliche Arbeit begann, und unsere Schülerinnen und Schüler recherchierten im Stadtarchiv zu Geschichte und Erinnerungskultur ihrer Schule. Sie lernten die Gauß-Geschichte anhand eines 250 Seiten starken Findbuches kennen und entdeckten, was für sie von Bedeutung ist, was für sie interessant oder ihnen relevant erschien. Aus dem, was sie in den Dokumenten lasen, entwickelten sie die Erinnerungsstoffe für ihre „Kiste“.
Was die Teams entdeckt, erforscht, bearbeitet und in Worte und Form gebracht haben, ist am 11. März 2026 in einer kleinen Ausstellung zu sehen gewesen. Die Ergebnisse sind so etwas wie das erste Puzzlestück für mehr, ein großes Puzzle, das wie ein Panorama die vielfältige Erinnerung der Gaußschule zum Ausdruck bringt – facettenreich, bunt, divers, überraschend, emotional, unendlich reich an Gegenständen, Stoffen und Geschichten, die erzählt werden können.
Und die ‚Gauß-Box‘ sollte zum Ausdruck bringen, dass Erinnerung unentwegt in Bewegung ist, sich verschiebt, sich verändert, Teile wegfallen oder Neues dazukommt. Mit jeder Generation. Denn es ist die Gegenwart, die die Erinnerung regiert. Nur was für heute relevant ist, wird erinnert, wird „ver-gegenwärtigt“. Für die Zukunft.
‚Into the Box‘ 1.0 ist jetzt Geschichte. Der Gauß-Erinnerung erster Teil kommt in eine blaue Archiv-Box. Wir haben mit der Erinnerungsarbeit angefangen, wir machen weiter! Die Version 2.0 werden wir voraussichtlich im Herbst in den Stundenplan nehmen. Sie wird sicher auch einen wichtigen Beitrag leisten können zu dem Großereignis, das der Schule im nächsten Jahr bevorsteht: dem 250. Geburtstag von Carl Friedrich Gauß, der am 30. April 1777 in Braunschweig geboren wurde.




