{"id":9330,"date":"2025-01-10T13:59:03","date_gmt":"2025-01-10T12:59:03","guid":{"rendered":"https:\/\/gaussschule-braunschweig.de\/?p=9330"},"modified":"2025-01-17T11:57:44","modified_gmt":"2025-01-17T10:57:44","slug":"arbeitsethik","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gaussschule-braunschweig.de\/?p=9330","title":{"rendered":"Arbeitsethik &#8211; Arbeit in anderen L\u00e4ndern"},"content":{"rendered":"\n<h3>Arbeitsethik &#8211; Arbeit in anderen L\u00e4ndern \u2013 Das Schulsystem aus Perspektive von Sch\u00fcler*innen<\/h3>\n\n\n\n<p>Hatten Sie schon einmal den Wunsch, im Ausland zu studieren oder zur Schule zu gehen, weil Sie mit dem Bildungssystem in Ihrer Heimat unzufrieden sind? Oder wollten rein aus Interesse mehr \u00fcber die Organisation und den Aufbau eines Bildungssystems im Ausland wissen? Gut. Denn wir haben es uns zur Aufgabe gemacht, Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen verschiedenen Bildungs\u2013 bzw.\u00a0 Schulsystemen herauszuarbeiten. Dabei handelt es sich um Schweden, S\u00fcdafrika und Deutschland. Unser eigenes Schulsystem in Deutschland dient hierbei als Vergleichspunkt mit direktem Bezug. Ein dreimonatiger Aufenthalt in S\u00fcdafrika gibt einen Einblick in den Schulalltag einer Privatschule und liefert Kontakte f\u00fcr eine pers\u00f6nliche Recherche. Schweden stellt durch h\u00e4u\ufb01ge Besuche und den direkten Kontakt zu einem Sch\u00fcler vor Ort ebenfalls eine Grundlage f\u00fcr unseren Vergleich. Im Verlauf dieser Arbeit haben wir uns auf die Perspektive von Sch\u00fcler*innen konzentriert, um einen authentischen Einblick zu gew\u00e4hrleisten, in den sich aktuelle, aber auch ehemaliger Sch\u00fcler*innen und Student*innen hineinversetzen k\u00f6nnen. Wir werfen vorerst einen Blick auf den Aufbau und die Finanzierung und fokussieren uns folgend auf die Perspektive von Sch\u00fcler*innen aus den jeweiligen L\u00e4ndern. Dies liefert uns eine Grundlage, um im Fazit\u00a0 Gemeinsamkeiten und Unterschiede zu differenzieren und m\u00f6gliches Verbesserungspotenzial f\u00fcr Deutschland darzulegen.<\/p>\n<p><div class=\"gdlr-shortcode-wrapper\"><div class=\"gdlr-item gdlr-accordion-item style-1\"  ><div class=\"accordion-tab\" ><h4 class=\"accordion-title\" ><i class=\"icon-plus\" ><\/i><span>Was hat das mit Arbeitsethik zu tun?<\/span><\/h4><div class=\"accordion-content\"><\/p>\n<p>Man kann sich nun die Frage stellen, inwiefern ein Einblick in verschiedene Schulsysteme aus Perspektive von Sch\u00fcler*innen zum Thema Arbeitsethik passt. An dieser Stelle ist es relevant zu verstehen, dass Arbeitsethik ein universelles Konzept ist. Es variiert in der Umsetzung zwischen L\u00e4ndern sowie Kulturen. Das Bildungssystem spielt hier eine entscheidende Rolle. Schlie\u00dflich stellt dies die Grundlage f\u00fcr die Arbeitshaltung und den Umgang mit Herausforderungen dar. In einer globalisierten Welt wird es daher immer wichtiger, die Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen Schulsystem zu verstehen, um voneinander zu lernen und gegebenenfalls das Eigene zu verbessern.<\/p>\n<p>\n<\/div><\/div><div class=\"accordion-tab\" ><h4 class=\"accordion-title\" ><i class=\"icon-plus\" ><\/i><span>Strukturierung und Finanzierung des schwedischen Schulsystems<\/span><\/h4><div class=\"accordion-content\"><\/p>\n<p>Das schwedische Schulsystem ist bekannt f\u00fcr Flexibilit\u00e4t und Fokus auf Gleichheit. Alle Kinder haben Zugang zu kostenfreier Bildung, von der Vorschule bis zur weiterf\u00fchrenden Schule. W\u00e4hrend der Besuch der Vorschule (schwed. F\u00f6rskola) f\u00fcr Kinder im Alter von 1\u2013 5 Jahren freiwillig ist, m\u00fcssen Sch\u00fcler*innen ab dem Alter von 7 Jahren verp\ufb02ichtend die Grundschule (schwed. Grundskola) besuchen, freiwillig kann auch ab einem Alter von 6 Jahren begonnen werden. Sie erstreckt sich \u00fcber 9 Jahre. Nach der Grundschule kann eine weiterf\u00fchrende Schule (schwed. Gymnasieskola) besucht werden. Diese ist in akademische und berufsvorbereitende Programme unterteilt und erm\u00f6glicht, mit dem Abschluss nach 3 Jahren, einen Zugang zu Hochschulen. Das System ist dezentralisiert. Das bedeutet, dass die Regierung die allgemeinen Richtlinien festlegt, aber die Kommunen f\u00fcr die Verwaltung zust\u00e4ndig sind. Schwedische Schulen werden haupts\u00e4chlich staatlich \ufb01nanziert. Auch bei Schulmaterialien kommt h\u00e4u\ufb01g die Schule f\u00fcr die Kosten auf. Beispielweise werden digitale Endger\u00e4te einheitlich f\u00fcr alle Sch\u00fcler*innen bereitgestellt. Es ist zwischen staatlichen Schulen, Freischulen (schwed. Friskolor), Speziellen Schulen (schwed. S\u00e4rskola) und internationalen Schulen (schwed. Internationella skolan) zu unterscheiden. Jede dieser ist kostenfrei, auch die Freischule, welche zwar unabh\u00e4ngig ist und somit privat betrieben wird, jedoch trotzdem staatlich \ufb01nanziert ist. Die meisten Sch\u00fcler*innen in Schweden besuchen die staatliche Schule. Die internationalen Schulen werden h\u00e4u\ufb01g von Familien, die tempor\u00e4r in Schweden leben, oder von Sch\u00fcler*innen mit Interesse an einem internationalen Lehrplan auf Englisch und dem h\u00f6herrangigen Abschluss IB, in Betracht gezogen.<\/p>\n<p>\n<\/div><\/div><div class=\"accordion-tab\" ><h4 class=\"accordion-title\" ><i class=\"icon-plus\" ><\/i><span>Strukturierung und Finanzierung des Schulsystems in S\u00fcdafrika<\/span><\/h4><div class=\"accordion-content\"><\/p>\n<p>Das s\u00fcdafrikanische Schulsystem ist durch klare Strukturen und ein Nebeneinander von staatlichen und privaten Bildungswegen gepr\u00e4gt. Die Schulp\ufb02icht beginnt im Alter von 7 Jahren mit der ersten Klasse und endet mit einem Alter von 15 Jahren oder dem Abschluss der 9. Klasse. Das System ist in die Primar- und Sekundarstufe unterteilt, die jeweils in mehrere Phasen gegliedert sind. In der Primarstufe beginnt die <em>Foundation Phase <\/em>mit der freiwilligen Vorschule und den fr\u00fchen Grundschuljahren f\u00fcr Kinder im Alter von 4 bis 9 Jahren. Daran schlie\u00dft die <em>Intermediate Phase<\/em>, in der grundlegende Fertigkeiten wie Lesen, Schreiben und Rechnen weiterentwickelt werden, an. Mit der <em>Senior Phase <\/em>endet die P\ufb02ichtschulzeit, die sowohl auf weiterf\u00fchrende Bildung als auch auf beru\ufb02iche Orientierungsphasen vorbereitet. In der Sekundarstufe liegt der Fokus auf der <em>Further Education and Training<\/em>&#8211; Phase (FET), die Sch\u00fcler*innen gezielt auf den Erwerb des <em>National Senior Certi\ufb01cate <\/em>(NSC), am Ende des 12. Schuljahrs vorbereitet. Dieses Abschlusszeugnis erm\u00f6glicht den Zugang zu Hochschulen und dient als Grundlage f\u00fcr viele beru\ufb02iche Laufbahnen. W\u00e4hrend staatliche Schulen das <em>Curriculum and Assessment Policy Statement <\/em>(CAPS) umsetzen, entscheiden sich viele private Schulen f\u00fcr das Programm des <em>Independent Examinations Board <\/em>(IEB). Dieses wird in unabh\u00e4ngigen und geb\u00fchrenp\ufb02ichtigen Schulen angeboten und gilt als anspruchsvoller und \ufb02exibler. Bei der Finanzierung des Bildungssystems besteht ein entscheidender Unterschied zwischen staatlichen und privaten Schulen. \u00d6ffentliche Schulen werden \u00fcberwiegend aus staatlichen Mitteln \ufb01nanziert und erheben in der Regel geringe oder gar keine Geb\u00fchren. Private Schulen hingegen sind unabh\u00e4ngig \ufb01nanziert und setzen auf h\u00f6here Schulgeb\u00fchren, die oft mit einem breiteren Bildungsangebot einhergehen. Neben akademischem Unterricht legen private Schulen gro\u00dfen Wert auf extracurriculare Aktivit\u00e4ten wie Sport, Kunst und gemeinn\u00fctzige Projekte, um die Sch\u00fcler*innen ganzheitlich zu f\u00f6rdern. Dieses Modell ist jedoch nur f\u00fcr Familien zug\u00e4nglich, die sich die entsprechenden Kosten leisten k\u00f6nnen, was einen wesentlichen Unterschied in den Bildungsm\u00f6glichkeiten verschiedener gesellschaftlicher Gruppen darstellt.<\/p>\n<\/div><\/div><div class=\"accordion-tab\" ><h4 class=\"accordion-title\" ><i class=\"icon-plus\" ><\/i><span>Wie wird das deutsche Schulsystem strukturiert und \ufb01nanziert?<\/span><\/h4><div class=\"accordion-content\"><\/p>\n<p>Das deutsche Schulsystem ist stark von Differenzierung gepr\u00e4gt. Nach der Grundschule trennen sich die Wege der Sch\u00fcler*innen in Hauptschule, Realschule, Gesamtschule oder Gymnasium. Betrachtet man das Schulsystem genauer besteht es aus f\u00fcnf gro\u00dfen Bildungsbereichen. Diese Struktur soll eine individuelle F\u00f6rderung erm\u00f6glichen, wird jedoch auch h\u00e4u\ufb01g kritisiert, da sie soziale Ungleichheiten verst\u00e4rken kann.<\/p>\n<p>Es beginnt mit dem Elementarbereich, welches freiwillige Betreuungs- und Bildungsangebote f\u00fcr Kinder vor dem Vollenden des 6. Lebensjahres umfasst. Dieser Bereich ist auch bekannt als Vorschule. Darauf folgt der Primarbereich. Mit dem Eintreten der Schulp\ufb02icht f\u00fcr Kinder, welche das 6. Lebensjahr vollendet haben oder dies bis zum 30.09 des Jahres tun, besuchen sie die Grundschule. Diese umfasst die Klassenstufen 1 bis 4. Berlin und Brandenburg bilden die Ausnahme: Die Grundschule endet hier erst nach der 6. Klasse. Diese Bildungseinrichtung ist die Einzige, die von fast allen Sch\u00fcler*innen gemeinsam genutzt wird. Zum Ende der Grundschulzeit wird auf Basis von den Schulnoten und der sozialen Mitarbeit eine Schullaufbahnempfehlung f\u00fcr die Sekundarstufe ausgesprochen, welche allerdings nicht bindend ist.<\/p>\n<p>Die Sekundarstufe ist unterteilt in Sekundarbereich I \u2013 die Unterstufe \u2013 und Sekundarbereich II \u2013 die Oberstufe. Im Sekundarbereich I wird je Bundesland nach unterschiedlichen Lehrpl\u00e4nen unterrichtet. Mit dem Ende der Unterstufe kann in allen Schulformen bzw. Bildungsg\u00e4ngen ein allgemeinbildender Schulabschluss abgeschlossen werden, welcher die erworbenen F\u00e4hig- und Fertigkeiten in Form eines Zertifikats bescheinigt. Je nach Abschluss (Real- oder Hauptschulabschluss) ist man f\u00fcr den Besuch unterschiedlicher weiterf\u00fchrender Bildungseinrichtungen im Sekundarbereich II berechtigt. Der Sekundarbereich II umfasst allgemeinbildende und berufliche Vollzeitschulen sowie die Berufsausbildung im dualen System. In der dualen und vollzeitschulischen Berufsausbildung erlangt man einen beru\ufb02ichen Abschluss, welcher zur Aufnahme einer Erwerbst\u00e4tigkeit quali\ufb01ziert. Die \u00fcbrigen, ebenfalls beru\ufb02ich orientierten, Bildungsg\u00e4nge f\u00fchren zur allgemeinen oder fachgebundenen Hochschulreife \u2013 dem Abitur. Mit dem Abschluss nach der 12. Klassenstufe kann die Fachhochschulreife \u2013 das Fachabitur \u2013 erworben werden. Letztere berechtigen zur Aufnahme eines Studiums im Terti\u00e4rbereich. Der Terti\u00e4rbereich umfasst einerseits Universit\u00e4ten, Fachhochschulen und andere Hochschularten, welche zu einem akademischen Abschluss f\u00fchren. Mit dem Abschluss dieser, ist man zur Aufnahme einer Erwerbst\u00e4tigkeit quali\ufb01ziert und mit einem Notenschnitt von mindestens 2,5 zur Promotion berechtigt. Des Weiteren umfasst der Terti\u00e4rbereich Einrichtungen, die berufsquali\ufb01zierende Studieng\u00e4nge anbieten sowie Einrichtungen der beru\ufb02ichen (Weiter-) Bildung.<\/p>\n<\/div><\/div><div class=\"accordion-tab\" ><h4 class=\"accordion-title\" ><i class=\"icon-plus\" ><\/i><span>Finanzierung und Organisation \u2013 Warum das deutsche Schulsystem so komplex ist<\/span><\/h4><div class=\"accordion-content\"><\/p>\n<p>Das deutsche Schulsystem ist f\u00f6rderal organisiert. Dementsprechend ist jedes Bundesland eigenverantwortlich f\u00fcr seine Bildungspolitik. Sie entscheiden eigenst\u00e4ndig \u00fcber den Aufbau des Schulsystems, Lehrpl\u00e4ne, Schularten und Abschlusspr\u00fcfungen. Dem entgegenwirkend werden zunehmend gemeinsame Bildungsstandards etabliert, wie zum Beispiel das Zentralabitur. Die Finanzierung der Schule erfolgt \u00fcber Steuern. Jedoch m\u00fcssen Schulmaterialien eigenst\u00e4ndig angeschafft oder \u00fcber die Schule geliehen werden. Bei der verp\ufb02ichtenden Anschaffung von digitalen Endger\u00e4ten in der Oberstufe, m\u00fcssen ebenfalls die Sch\u00fcler*innen eigenst\u00e4ndig f\u00fcr die Kosten aufkommen. Kann eine Familie f\u00fcr solche Kosten nicht aufkommen, f\u00f6rdert der Bund durch Programme wie den DigitalPakt Schule, eine F\u00f6rderung der digitalen Ausstattung, das Bildungs- und Teilhabepaket (BuT) oder durch BAf\u00f6G. Neben staatlichen Schulen gibt es auch Privatschulen, welche alternative Konzepte bieten und die Vielfalt der Bildungsangebote erweitern. Allerdings sind letztere kostenp\ufb02ichtig.<\/p>\n<\/div><\/div><div class=\"accordion-tab\" ><h4 class=\"accordion-title\" ><i class=\"icon-plus\" ><\/i><span>Organisation des Schuljahres<\/span><\/h4><div class=\"accordion-content\"><\/p>\n<p>Das schwedische Schuljahr beginnt im August und endet im Juni. Es ist in zwei Semester unterteilt: Das Herbst- und Fr\u00fchjahrsemester. W\u00e4hrenddessen gibt es mehrere Ferienzeiten, darunter die Sommerferien von Juni bis August, die Herbstferien im Oktober und November, die Weihnachtsferien, welche im Dezember und Januar liegen, die Sportferien, die meist im Februar und M\u00e4rz liegen aber regional zu unterschiedlichen Zeiten statt\ufb01nden, und die Osterferien im April.<\/p>\n<p>Das s\u00fcdafrikanische Schuljahr beginnt im Januar und endet im Dezember. Es ist in vier Semester unterteilt, die durch regelm\u00e4\u00dfige Ferienpausen unterbrochen werden. Diese \ufb01nden jeweils im M\u00e4rz, Juni, September und Dezember statt. Die genauen Daten k\u00f6nnen je nach Region leicht variieren, sind jedoch landesweit weitgehend einheitlich geregelt.<\/p>\n<p>In Deutschland beginnt das Schuljahr nach den Sommerferien und endet mit dem Beginn der Sommerferien im Folgejahr. Dabei ist ein Schuljahr in zwei Halbjahre unterteilt, von denen das erste in der Regel mit einem Halbjahreszeugnis am 31. Januar endet. Das zweite Halbjahr endet vor den Sommerferien mit einem Jahreszeugnis und der Mitteilung \u00fcber die Versetzung in die n\u00e4chste Klassenstufe. Aufgrund des f\u00f6deralen Systems sind die Ferien je Bundesland unterschiedlich geregelt, dazu geh\u00f6ren Sommer-, Herbst-, Weihnachts-, Winter-\/Zeugnisferien, Ostern und \u00a0P\ufb01ngsten.<\/p>\n<\/div><\/div><div class=\"accordion-tab\" ><h4 class=\"accordion-title\" ><i class=\"icon-plus\" ><\/i><span>M\u00f6gliche Abschl\u00fcsse<\/span><\/h4><div class=\"accordion-content\"><\/p>\n<p>Sch\u00fcler*innen in Schweden k\u00f6nnen verschiedene Abschl\u00fcsse erwerben. Mit dem Abschluss der Grundschule erhalten sie das <em>Slutbetyg fr\u00e5n grundskolan<\/em>. Zum Ende der weiterf\u00fchrenden Schule erhalten sie das <em>Gymnasieexamen<\/em>. Dieses ist entweder akademisch oder beru\ufb02ich orientiert. Zuletzt k\u00f6nnen auch Hochschulzugangsberechtigungen durch Gymnaisalprogramme an internationalen Schulen erworben werden. Dazu geh\u00f6rt zum Beispiel das <em>International Baccalaureate <\/em>(IB).<\/p>\n<p>Sch\u00fcler*innen in S\u00fcdafrika k\u00f6nnen verschiedene Abschl\u00fcsse erwerben, die ihren Bildungsweg und ihre beru\ufb02ichen Perspektiven ma\u00dfgeblich beein\ufb02ussen. Nach der Primarstufe, die mit der 9. Klasse endet, erhalten sie ein Abschlusszerti\ufb01kat, das die erfolgreiche Beendigung der P\ufb02ichtschulzeit bescheinigt. In der Sekundarstufe schlie\u00dfen die Sch\u00fcler*innen ihre Schullaufbahn mit dem National <em>Senior Certi\ufb01cate <\/em>(NSC) ab. Das NSC ist der zentrale Abschluss, der den Zugang zu Universit\u00e4ten und anderen Hochschulen erm\u00f6glicht. Dabei k\u00f6nnen Sch\u00fcler*innen durch zus\u00e4tzliche Leistungen, wie das Erreichen bestimmter Punktzahlen, extracurriculare Leistungen oder die Belegung spezi\ufb01scher F\u00e4cher, die Hochschulzugangsberechtigung erweitern. In einigen privaten und internationalen Schulen besteht zudem die M\u00f6glichkeit, international anerkannte Abschl\u00fcsse wie das <em>International Baccalaureate <\/em>(IB) zu erwerben, die eine globale Hochschulzugangsberechtigung bieten und den Absolvent*innen zus\u00e4tzliche Vorteile auf dem internationalen Bildungs- und Arbeitsmarkt verschafen.<\/p>\n<p>In Deutschland k\u00f6nnen vier m\u00f6gliche Schulabschl\u00fcsse erworben werden. Zu diesen geh\u00f6ren der Hauptschulabschluss oder quali\ufb01zierender Hauptschulabschluss, der Mittlere Schulabschluss, darunter fallen Realschulabschluss und vergleichbare Schulabschl\u00fcsse, die Fachhochschulreife \u2013 das Fachabitur \u2013 und die Allgemeine Hochschulreife \u2013 das Abitur.<\/p>\n<\/div><\/div><div class=\"accordion-tab\" ><h4 class=\"accordion-title\" ><i class=\"icon-plus\" ><\/i><span>Die Perspektive der Jugend \u2013 Wie emp\ufb01nden Sch\u00fcler*innen aus Schweden, S\u00fcdafrika und Deutschland ihren Alltag?<\/span><\/h4><div class=\"accordion-content\"><\/p>\n<p>Die Recherche \u00fcber verschiedene Schulsysteme bietet zwar eine Grundlage dar\u00fcber wie sie organisiert und strukturiert sind, aber wir wollten mehr wissen. Deshalb haben wir nachgefragt. Und das sind unsere Antworten:<\/p>\n<p><a href=\"#ds-open-popup-15\">Max, 18 Jahre alt, Sch\u00fcler an des Per Brahe Gymnasiums in J\u00f6nk\u00f6ping, Schweden<\/a><\/p>\n<p><a href=\"#ds-open-popup-16\">Gustav, 16 Jahre alt, Sch\u00fcler der Curro Hillcrest Highscholl in Hillcrest, S\u00fcdafrika<\/a><\/p>\n<p><a href=\"#ds-open-popup-17\">Wir: 18 Jahre alt, Sch\u00fcler*innen aus dem 13. Jahrgang des Gymnasiums am L\u00f6wenwall in Braunschweig, Deutschland<\/a><\/p>\n<p>\n<\/div><\/div><div class=\"accordion-tab\" ><h4 class=\"accordion-title\" ><i class=\"icon-plus\" ><\/i><span>Fazit \u2013 Welche Gemeinsamkeiten und Unterschiede gibt es zwischen den genannten Schulsystemen?<\/span><\/h4><div class=\"accordion-content\"><\/p>\n<p><strong>Vergleich der Schulsysteme \u2013 Was k\u00f6nnen wir lernen?<\/strong><\/p>\n<p>Zusammenfassend zeigt eine Gegen\u00fcberstellung der Schulsysteme sowohl Gemeinsamkeiten als auch Unterschiede, welche als Impuls f\u00fcr eine Verbesserung des deutschen Bildungs- und Schulsystems dienen k\u00f6nnen. Bevor mit der Differenzierung zwischen den Schulsystemen begonnen wird, ist es relevant zu erw\u00e4hnen, dass es mehr Gemeinsamkeiten gibt, als gelistet werden, um unn\u00f6tige Dopplungen zu vermeiden. Gerade bei der Strukturierung, dem Beginn der Schulp\ufb02icht, Ferienzeiten und Abschlussm\u00f6glichkeiten \u00e4hneln sich die Schulsysteme sehr. Eine bemerkenswerte Gemeinsamkeit ist der zentrale Fokus auf die Vermittlung von Bildung, die Sch\u00fcler*innen nicht nur akademisch, sondern auch pers\u00f6nlich und praktisch f\u00f6rdern soll. In Schweden und S\u00fcdafrika spielt dabei die individuelle Betreuung von Sch\u00fcler*innen eine zentrale Rolle. Zus\u00e4tzlich legen beide L\u00e4nder einen gro\u00dfen Wert darauf, dass Lehrkr\u00e4fte als Ansprechpartner*innen fungieren und die psychische Gesundheit der Sch\u00fcler*innen ber\u00fccksichtigt wird.<\/p>\n<p>Ein deutlicher Unterschied liegt in der Organisation und Flexibilit\u00e4t. W\u00e4hrend das deutsche Schulsystem durch eine fr\u00fche Differenzierung nach der Grundschule gepr\u00e4gt ist, setzt Schweden auf ein einheitliches Schulsystem, welches den Zugang zu Bildung f\u00fcr alle Sch\u00fcler*innen gleicherma\u00dfen erleichtert. S\u00fcdafrika bietet hingegen eine klare Trennung zwischen staatlichen und privaten Schulen, wobei letztere durch hohe Kosten f\u00fcr viele Familien unzug\u00e4nglich bleiben. Ebenfalls zeigt Schweden, dass auch unabh\u00e4ngig betriebene Schulen kostenfrei und staatlich gef\u00f6rdert sein k\u00f6nnen. Das Land tr\u00e4gt somit zu einer gr\u00f6\u00dferen Bildungsfairness bei. Die Finanzierung der Schulsysteme unterscheidet sich folgenderma\u00dfen erheblich. Schweden ist durch umfassende staatliche F\u00f6rderung gekennzeichnet, die sogar Unterrichtsmaterialien wie digitale Endger\u00e4te f\u00fcr alle Sch\u00fcler*innen bereitstellt. In Deutschland hingegen m\u00fcssen Familien meistens eigenst\u00e4ndig f\u00fcr Schulmaterialien und verp\ufb02ichtende technische Ausstattung aufkommen. Eine Benachteiligung von einkommensschwachen Haushalten ist die Folge. Wenn es um die Balance zwischen Theorie und Praxis geht, schneiden Schweden und S\u00fcdafrika, im Vergleich zu Deutschland, deutlich besser ab. Grund daf\u00fcr sind zum Beispiel das schwedische Fach CAS (Creativity, Activity, Service), welches au\u00dferschulische Aktivit\u00e4t f\u00f6rdert und die Hervorhebung von naturwissenschaftlichen und k\u00fcnstlerischen F\u00e4chern in S\u00fcdafrika. Deutschlands Schulsystem ist oft theorielastig, insbesondere am Gymnasium, und bietet nur begrenzte Anwendung von Wissen. Die Differenzierung zeigt, dass Schweden und S\u00fcdafrika einen gr\u00f6\u00dferen Wert auf individuelle Zeitgestaltung legen. Der \ufb02exible Stundenplan in Schweden und die st\u00e4rkere Einbindung von au\u00dferschulischen Aktivit\u00e4ten in S\u00fcdafrika tragen dazu bei, dass Sch\u00fcler*innen mehr Eigenverantwortung entwickeln k\u00f6nnen. Anders ist es oft in Deutschland. Der Stundenplan ist streng strukturiert und weniger \ufb02exibel.<\/p>\n<p>\n<\/div><\/div><div class=\"accordion-tab\" ><h4 class=\"accordion-title\" ><i class=\"icon-plus\" ><\/i><span>Unser Vorschlag f\u00fcr Deutschland<\/span><\/h4><div class=\"accordion-content\"><\/p>\n<p>Mit der Erstellung dieses Artikels sind wir zu einem wichtigen Entschluss gekommen: Das deutsche Schulsystem ist anspruchsvoll und bereitet uns Sch\u00fcler*innen inhaltlich gut auf das Studium vor. Aber das Aber an dieser Stelle ist von gro\u00dfer Bedeutung. Mit der M\u00f6glichkeit das eigene Schulsystem mit Systemen im Ausland vergleichen zu k\u00f6nnen und dort ans\u00e4ssige Sch\u00fcler*innen nach ihren Erfahrungen und Eindr\u00fccken zu fragen, besteht die Chance auf eine zukunftsf\u00e4hige Gestaltung unseres Schulsystems. Somit k\u00f6nnte Deutschland von einer F\u00f6rderung der mentalen Gesundheit pro\ufb01tieren, welche zur Zeit von Sch\u00fcler*innen als unzureichend beschrieben wird. Wichtig ist hier gerade eine Aufkl\u00e4rung in diesem Bereich und ein \u00f6ffentlich bekanntes Angebot f\u00fcr Sch\u00fcler*innen mit Bedarf nach Unterst\u00fctzung. Soziale Ungleichheiten k\u00f6nnten reduziert werden, wenn wir uns ein Beispiel an Schweden nehmen und an staatlicher Finanzierung von Schulen, egal ob staatlich oder privat, arbeiten. Sei es mindestens das einheitliche Herausgeben von ben\u00f6tigten Schulmaterialien, um f\u00fcr Gleichheit zu sorgen und einkommensschwache Haushalte zu unterst\u00fctzen. Hierf\u00fcr w\u00fcrde sich auch ein \ufb02\u00e4chendeckendes F\u00f6rderprogramm f\u00fcr digitale Ausstattung und Schulmaterialien, \u00e4hnlich wie in Schweden, eignen. W\u00e4hrend zuvor genannte Verbesserungsvorschl\u00e4ge mit B\u00fcrokratie und Kosten verbunden sind, folgt nun ein letzter, jedoch sehr wichtiger Punkt:<\/p>\n<p>Wir Sch\u00fcler*innen f\u00fchlen uns nicht ausreichend vorbereitet auf unsere Zukunft. Eine st\u00e4rkere Integration praktischer Inhalte in den Lehrplan und F\u00e4cher, welche uns Inhalte wie Gesundheit, Arbeit, Wohnen, Steuern, Erbschaft, Rente, Versicherungen und Sozialleistungen n\u00e4herbringen, sind notwendig f\u00fcr unsere Zukunft nach der Schule und dem Eintritt in die Arbeitswelt. Schlie\u00dflich ist es zu tiefts besorgniserregend, dass wir Sch\u00fcler*innen, aus Angst nicht genug \u00fcber das Leben nach der Schule und dem Studium zu wissen, uns gezwungen f\u00fchlen ein Buch mit dem Titel \u201eWas dich die Schule nicht lehrt \u2013 dein Leben erkl\u00e4rt\u201c zu kaufen.<\/p>\n<p>\n<\/div><\/div><\/div><\/div><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Arbeitsethik &#8211; Arbeit in anderen L\u00e4ndern \u2013 Das Schulsystem aus Perspektive von Sch\u00fcler*innen Hatten Sie schon einmal den Wunsch, im Ausland zu studieren oder zur Schule zu gehen, weil Sie mit dem Bildungssystem in Ihrer Heimat unzufrieden sind? 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